Im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage haben die Stadt Traunstein, vertreten durch die Stadtbücherei und der „Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn“ „Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ im ehemaligen Gebäude des AKG, dem heutigen Gesundheitszentrum Traunstein, zur Aufführung gebracht. Das Puppentheater ist bestens bekannt und die Karten waren im Vorverkauf innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft. Josef Parzefall und Toni Frank haben den Figuren ihre Stimme gegeben und die war durchwegs bairisch. Der Kasperl und der Sepperl haben die Kinder zum ersten Mal beim Erklären der Theaterregeln mitgerissen wie z. B. nicht in der Nase bohren, den Kasperl freundlich begrüßen und dem Kasperl durch Zurufen helfen.

Im Stück ging es um den Räuber Blasius Wilderich, dieser stiehlt den Korb voller Heidelbeeren, die der Kasperl und der Sepperl gesammelt haben. Bevor ihn der Wachtmeister Wirsing stellen kann, muss er vorher von einem bösen Zauber erlöst werden. Nachdem das geklappt hat, stellt er den Räuber. Aber der Wilderich ist ein reuiger und netter Räuber und der Wirsing läßt ihn schließlich auf Anraten der Kinder frei. Auch die Erwachsenen waren begeistert, denn manche Szene und Bemerkung war durchaus auch für sie gedacht wie z. B. die „Änderung des Bindegewebes im Laufe der Zeit“. Auf die Frage, „Ist vielleicht eure Mami verliebt?“. „Jaaa“ haben viele Kinder geschrien. „Ja in wen denn, vielleicht in den Papi?“ Da ertönte aus einem Kindermund ein klares „Nein“. Die Kinder wurden in das Geschehen mit einbezogen und nie von oben herab oder mit erhobenem Zeigefinger behandelt. Das Spiel mit den Kasperl-Klischees, die satirische Figurenzeichnung und der schlaue Humor machen das Ganze auch für die Erwachsenen zu einer Mordsgaudi..